Wo Mensch, Musik und Maschine sich begegnen


Die vielfarbigen Lichtinstallationen Benjamin Augustins geleiten die Besucherinnen und Besucher die Stufen hinauf in die erste Etage der Boley-Werkhalle, wo das Orchester bereits, pneumatisch und elektrisch-hydraulisch, vorbereitet wartete. Die kreativen Ingenieure und die Soundmaschinen der ersten und zweiten Generation waren aus Spanien angereist und zeigten welche Klänge sich aus dem Zusammenspiel zwischen Zylindern, Hämmerchen und Saite entfalten können.

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Zwei Welten verbänden sich dabei miteinander: Die der mathematischen Präzision und die der emotionalen Intuition, wie Curt Stoll, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Firma FESTO, beschrieb. Emotionen seien es, die unsere Welt bewegen, durch Präzision wachse sie. Aus dem Zusammenspiel von Präzision und Emotion entwickelte sich dieser abwechslungsreiche Abend, der bewegte, berührte, mitriss und verzauberte.

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Die charismatische Mezzosopranistin Claudia Schneider erfüllte Werkhalle mit Ihrer Stimme. Feurig leidenschaftlich und zaghaft melancholisch ließ sie die Facetten eines außergewöhnlichen Repertoires erklingen, dass einen Bogen von der hingebungsvollen Madrigale Amirilli mia bella Giulio Caccinis zu einer modernen Komposition Elena Kats-Chernins schlug und sehnsuchtsvoll mit der tango-habanera Youkali von Kurt Weill schloss. Dazu konzertierte das Ensemble der Sound Machines, das zeigte, wie ein Duett aus Musik der Renaissance und Software 2.0, klingen kann.

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Es ist eine besondere Erfahrung nach diesem vielseitigen Musikerlebnis vor dem beeindruckenden Maschinenensemble zu sitzen und ihm seinen verdienten Applaus zu spenden. Die Pause bot den Gästen die Gelegenheit die filigranen Bauteile der Klangmaschinen ausgiebig zu betrachten.

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Die Fülle der großen Momente und Abgründe des Lebens klangen aus jedem Ton als Artiom Shishkov, Elvira van Groningen (Violinen), Dana Zemtsov (Viola),  Simone Drescher (Cello) und Joachim Carr am Klavier das Klavierquintett in f-moll Op.34 von Johannes Brahms spielten.

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Mit ihrem mitreißenden Spiel machten sie diesen Abend zwischen Mensch, Musik und Maschine zu einem unvergesslichen tief bewegenden Erlebnis.

© Bebildert von Benjamin Augustin

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Jean Baptiste Lully: »Marche pour la cérémonie des turcs«

(Le bourgeois gentilhomme)

Giulio Caccini: Amarilli mia bella (Madrigal)

Henry Purcell: Overture and »Lament« from Dido & Aeneas

Elena Kats-Chernin: Fast Blue Air n. 1

Xavier Montsalvatge: »5 Canciones negras«

Kraftwerk: »We are the robots«

Kurt Weill: »Youkali«, tango-habanera from »Marie Galante«

PAUSE

Johannes Brahms, Klavierquintett f-Moll Op. 34

Artiom Shishkov, Elvira van Groningen (Violinen)

Dana Zemtsov (Viola)

Simone Drescher (Cello)

Joachim Carr (Klavier)

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