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Juri de Marco


Musik | music: Support

Horn

de _Marco_Juri

Wer hat behauptet, dass man sich entscheiden muss?

8 Jahre alt. Am Klavier. Im düsteren Zimmer. Langweilige Fingerübungen. Kein Lied durfte er spielen. Wehrte sich vor jeder Klavierstunde.
Eines Tages im Kinderchor stand er bei „Carmina Burana“ neben den Hörnern und probierte das Instrument sofort aus. Der Besitzer des Instruments wurde sein erster Hornlehrer, der ihn schon nach einer Stunde ein Lied spielen ließ. Bei der nächsten Klavierstunde spielte er der Lehrerin das Stück auf dem Horn vor und verabschiedete sich.

Zu Hause immer noch das Klavier. Aber keine Noten. Mit 12 Jahren entstanden daher seine ersten eigenen Sonaten und Quartette. Er komponierte für klassische Besetzungen und Jazz-Combo, spielte im Orchester und in selbst gegründeten Bands; gewann Kompositions-Ausschreibungen, Solisten-Wettbewerbe und Preise bei bundesweiten Band- und Chanson-Contests. Wettbewerb ist eine Einladung zu Wachsen aber es ist nicht das wofür er brennt.

Mit 16 fehlte er oft wegen Tourneen und wurde schließlich vom Lehrer vor die Wahl gestellt: „Musik oder Abitur?“ Von der Waldorfschule aufs Musikinternat zu wechseln versetzte ihn zur richtigen Zeit an den richtigen Ort. Er lernte seinen besten Freund kennen und gründete mit ihm die Band „Vanuatu“, die ihn zum ersten Mal auf Pop- und Jazz-Bühnen brachte. Parallel übernahm er organisatorische Aufgaben beim „PODIUM Festival“ Esslingen, spielte im Landesjugendorchester Baden-Württemberg, hospitierte bei Filmmusik-Komponisten in Los Angeles und gab Solokonzerte in Deutschland, der Schweiz, Frankreich und den USA.

Kurz vor dem Abitur stellt er alles in Frage.
Horn studieren? Niemals!
Zu sehr fühlt er sich von festgelegten Ordnungen und altmodischen Uniformen eingeengt. Bis er schließlich auf die eigentliche Frage kommt: Warum muss ich mich eigentlich entscheiden? Er träumt davon, die traditionelle Musikwelt zu verändern, von Dirigenten-losen, auswendig spielenden Orchestern, von Kunst-übergreifenden Benefizkonzerten.
Also doch klassisches Hornstudium.
2015, mit 22, setzt er seine Träume in die Tat um. Er stellt ein Benefizkonzert für Nepal im „Heimathafen“ Berlin auf die Beine, gründet das Genre- und Dirigenten-lose, auswendig und stehend spielende „STEGREIF.orchester“ und studiert aktuell auf seine eigene Weise klassisches Horn in Berlin und Jazztrompete in Leipzig.

Im Genuss und im Verstoß der Tradition:
Man muss sich nicht entscheiden.

 

Beim PODIUM Festival 2017 zu sehen:

Sonntag, 07.05. – Sagaland (Glasmalerei/Atelier Kunisch)
Mittwoch, 10.05. – Solilog (SCALA)
Samstag, 13.05. – ZWISCHENMUSIK (Altes Zollamt)
Samstag, 13.05. – WUNDERHORN (WLB, Esslingen)

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