Streaming für Klassikdummies


...und wer ist eigentlich HENRY?

Es gab mal eine kaum mehr vorstellbare Zeit, da war das Konzert die einzige Möglichkeit, Musik zu hören. Dann kamen Tonträger – Platten, Kassetten, CDs – schließlich digitale Formate: MP3, iTunes, Streaming. Jede und sämtliche Musik ist selten mehr als ein paar Swipes oder Clicks entfernt. Musik ist zu einem Allerweltsgegenstand geworden – der Zugang dazu ist in unseren Wohlstandsbreiten fast so selbstverständlich wie der Zugang zu fließend Wasser oder Strom. Es ist für den musikliebenden Nutzer ein paradiesischer Zustand – und schlechte Nachrichten für Musiker und Veranstalter, denn Musik ist keine rare Ressource mehr.

Wir bei PODIUM bauen unser Selbstverständnis und Angebot auf eben diese Prämisse auf: Es reicht nicht, einfach nur Musik zu machen. Eine sehr hohe künstlerische Qualität ist eine absolut notwendige, jedoch keine hinreichende Bedingung für den Erfolg und das Produzieren von Wert. Schließlich konkurrieren wir musikalisch stets mit den als Referenz präsenten Supervirtuosen aller Zeiten, deren Einspielungen wir in unseren Hosentaschen mit uns herumtragen.

Wie schaffen wir also Wert?

Wir versuchen seit 8 Jahren mit unseren Konzerten und dem entwickelten #podiumstyle positive Antworten auf diese Gretchenfrage des Musikschaffens im 21. Jahrhundert zu finden. Es zeigt sich, dass die konsequente Produktion von Einmaligkeit durch Überraschung, der Fokus auf erlebnisnahes Konzertdesign, Neue Musik und kuratorische Exzellenz wesentliche Möglichkeiten bieten, dem Konzert Aura und Einzigartigkeit zu verleihen. Wir machen uns um das Konzert in diesem Sinne keine Sorgen – die Sehnsucht und der Markt für einmalige Erlebnisse wird mit der totalen Verfügbarkeit von Musik nur noch weiter wachsen. Hier ist noch sehr viel für PODIUM zu tun.

Die nächste große Front ist die digitale Sphäre, in der PODIUM als virtuelle Ideenplattform schon immer ein Standbein hatte. Schon lange wachsen in unseren Kreisen verschiedene Ideen, wie auch im digitalen Raum durch Kuration und Kontextualisierung im #podiumstyle künstlerische Mehrwerte geschaffen werden können. Klar ist: kein Mensch braucht noch eine Streaming-Plattform. Was die dominierenden Dienste Spotify und Apple Music in Bezug auf klassische Musik (noch) nicht so gut machen (Stichwort: Metadaten und Kuration) wird durch Startups wie IDAGIO und Grammofy korrigiert, wenn auch auf recht altmodisch-klassische Art und Weise.

Also: Worin liegen die Probleme und wie könnte ein PODIUM-Angebot aussehen?

1 | Komplexität

Es ist super, dass uns auf großen Streaming Diensten beinahe alles (weit über 20 Millionen Titel) zur Verfügung steht. Wenn man weiß, was man sucht, dann kann man das schon finden. Dienste wie Grammofy und IDAGIO erlauben sogar umfangreiche Interpretationsvergleiche, aber das ist nun wirklich etwas für die Ultra-Nerds, die sowieso schon längst katholisch sind.

Es gehört nachgerade zum Wesen unserer Zielgruppe der latent interessierten Nicht-Klassikhörer, dass sie eben nicht wissen, wonach sie suchen. Sie haben immer wieder, zum Beispiel bei PODIUM Konzerten, echt geiles Zeug gehört, sie wollen mehr davon, doch wie zum Teufel findet man das? Das ist in der Komplexität gegenwärtiger Streamingdienste nicht möglich.

Stellt euch aber vor: Einmal die Woche ein Stück, ein Impuls, eine neue Erfahrung – keine Auswahl, nur ein sehr langsames Sammeln von immer besonderen, begeisternden Entdeckungen, liebevoll präsentiert in einer eigenen App-Umgebung.

2 | Aufmerksamkeit

Die unendliche Vielzahl der Angebote und algorithmischen Empfehlungen führt zu einer Aufmerksamkeitsspanne von wenigen Sekunden. Man ist nur noch am herumskippen und reinschnuppern, die Verführungen des unendlich verfügbaren Nächsten machen ein bewusstes Hören des Gegenwärtigen sehr schwer.

Stellt euch nun vor, dass ihr jede Woche ein Päckchen erhaltet – liebevoll verpackt – und darin ist ein Musikstück. Darin kann man nicht spulen oder skippen, man kann einfach nur hören. Eine sanfte Nötigung, sich auf etwas einzulassen – und man wird dafür dankbar sein.

3 | Kontakt

Mit dem Internet ist es so leicht geworden, direkten Kontakt zwischen Künstler und Publikum herzustellen. Auf Streaming-Plattformen passiert dies aber in der Regel nicht. Die anonymen Künstler laden ihre Musik hoch und das war’s – es ist ein noch weniger liebevoller Kontakt als früher, als zumindest durch physische Tonträger eine symbolische Transaktion stattfand.

Man stelle sich aber im unter 1. und 2. skizzierten Umfeld vor, dass man für die Woche der aktuellen Folge einen direkten Draht zum Komponisten oder Ensemble hat. Ein exklusiver Chatroom, wo eine Beziehung mit den Künstlern und anderen Hörern aufgebaut werden kann. Wie cool wäre das denn?

4 | Kontext

Früher gab es immerhin das Booklet. Dort konnte man vertiefende Infos zu Künstlern, Werken und Hintergrund erfahren. Dieser für Kunstmusik nunmal sehr wichtige Kontext geht im Streaming in der Regel komplett unter.

Die Versuche spezialisierter Startups, dieses Kontext-Problem zu lösen, sind dann doch sehr im kulturpädagogischen Einführungsstil gehalten. Wir finden das unnötig langweilig. Mit dem weltweiten Boom des Podcastings entsteht ein neues, narratives Audioformat, das durch aufwendige Produktion und Scripting wunderbar Kontexte und Geschichten vermitteln kann.

Stellt euch also vor, das wöchentliche Musikstück kommt stets gemeinsam mit einem ausführlichen Podcast, der die Künstler sehr nah bringt, die Geschichte hinter der Musik erzählt oder zu einer bestimmten Hörübung aufruft. Die Kombination aus Musik und Podcast inklusive weiterführender Shownotes, Playlists und Webseiten wäre ein Entdeckungspaket, das Seinesgleichen sucht.

5 | Serielles Storytelling

Wir fassen die Punkte 1-4 zusammen und erhalten ein wöchentliches Love-Paket aus Musik, Podcast und Kommunikationskanal. Stellt euch vor, was alles kreativ möglich ist, wenn wir mit all diesen Medien über Episoden, Staffeln und Serien musikalische Geschichten erzählen könnten. Zeitlich gestreckte Musikveröffentlichung als serielle Angelegenheit, ein Netflix der Kunstmusik – das wär’s doch!

Achso und wirklich spannend wird’s dann, wenn Komponistinnen, Medienkünstlerinnen und Autorinnen für das Medium narrative Serien entwickeln, dann haben wir eine ganz neue transmediale Musikform.

6 | Exklusive Kuration

Die kuratierenden Algorithmen von Spotify und Apple werden immer besser und von Menschen ausgedachte Playlists gibt’s bereits zuhauf. Aber wir bei PODIUM haben über die Jahre ein internationales Netzwerk von Inhalten gestrickt, das auf anderen Plattformen nicht darstellbar ist. Durch Synergien mit eigenen Produktionsmöglichkeiten und Partnern können wir zu einem großen Teil exklusive Inhalte bieten, die es nirgendwo sonst gibt. Stellen wir uns einen digitalen Kurator vor, der die vielen internationalen Subkulturen (indie-)klassischer und neuer Kunstmusik auf die oben beschriebene Art präsentiert. Wir glauben, das hätte einen echten Wert.

WELCOME:

HENRY_Logo

Tadaa! Genau das entsteht gerade. HENRY, das neueste Mitglied in der PODIUM Familie, ist ein digitaler Musikkurator, der in seiner eigenen App lebt und dort jede Woche Musik auf diese einzigartige Weise kuratiert und kontextualisiert. HENRY ist wesentlicher Teil der neuen PODIUM.Digital Sparte, die musikalische Inhalte für den digitalen Raum schafft.

App für iOS und Android in progress. HENRY kommt im Laufe des nächsten Monats und freut sich sehr auf euch! Bald kommen hier mehr Infos zu HENRYs Inhalten – ihr könnt auch schon auf Social Media mit ihm in Kontakt sein:

facebook.com/musicbyhenry
twitter.com/musicbyhenry
instagram.com/musicbyhenry

Geheimer Ausblick:

Cube Ausschnitt

Stay posted!

Wir danken der Kulturstiftung des Bundes für die Förderung von HENRY!

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