Zwischen Orient und Okzident


Welche Routen verbinden Orient und Okzident und wie klingen sie?

Hinter den Türen der Esslinger Stadtkirche St. Dionys luden am Samstagabend einige musikalische und visuelle Erlebnisse zu dieser außergewöhnlichen kilometerreichen Reise ein…

Soundscapes von Fabian Russ erklangen aus mehrkanaligen Lautsprecherinstallationen, die den gesamten Kirchenraum einrahmten bevor in der Mitte der Kirche Arvo Pärts Orient Occident erklang.

Pärth genious!

Die Reise hatte begonnen.  Visuals von Benjamin Augustin tauchten die Stadtkirche in magisches Licht, kreisrunde und quadratische Formen luden zu einem Spiel der Interpretationen ein. Von der Empore über dem Altar improvisierte Özgür Ersoy an der Duduk, von der Orgelempore aus ließ Simone Drescher auf den Cello-Saiten eine zarte Bach-Suite erklingen.

Zurück auf dem Kirchenboden brachten Özgür Ersoy, Mathias Johansen und Joachim Carr den melancholischen Anmut von Sharafyans Krunk in ihrem Spiel zum Ausdruck. Chaussons Chanson perpetuelle schloss das zweite Konzertkapitel und es begann: der Abschied, Kapitel drei.

Sharafyan

 

Danae Doerken am Flügel ließ kraftvoll Fazil Says Black Earth erklingen. Den fulminanten Abschluss des Konzertes bildete Steve Reichs Tehillim. Gesang, die Melodien der Streicher, Bläser und zweier Keyboards und die Klänge einer großen Percussion-Gruppe verschmolzen zu einem einzigartigen bewegenden Klangerlebnis, dass aufrüttelnd und kontemplativ zugleich, durch den verbleibenden Abend trug- und über selbigen hinaus in den Ohren einiger Besucherinnen und Besucher verblieb…

 

Kirche groß tehilimm

 

 

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VORSPIEL

Arvo Pärt: »Orient & Occident« für Streichorchester (1999/2000)

Mathieu van Bellen, Magnus Hansen, Jenny Lippl, Azadeh Magsoodi (Violinen),

Nora Romanoff, Sander Stuart (Viola), Steven Walter, Mischa Schmitz (Violoncello),

Nikolai Matthews (Kontrabass)

KLANG

Duduk Improvisation

Özgür Ersoy (Duduk)

Johann Sebastian Bach: Suite Nr. 6 für Violoncello solo in D-Dur, BWV 1012 Allemande

Simone Drescher (Violoncello)

LIED

Vache Sharafyan: Krunk (Der Kranich)

Özgur Ersoy (Duduk), Mathias Johansen (Violoncello), Joachim Carr (Klavier)

Ernest Chausson, Chanson perpétuelle Op. 37

Sisu Lustig Häntsche (Alt), Mathieu van Bellen, Magnus Hansen (Violinen),

Nora Romanoff (Viola), Steven Walter (Violoncello), Danae Doerken (Klavier)

ABSCHIED

Fazil Say: »Black Earth (Kara Toprak)« Hommage an Asik Veysel (1997)

Leoš Janáček, Sonata I.X.1905 »Zulice« (Von der Straße) (1905) – Der Tod. Adagio.

Danae Doerken (Klavier)

SCHRIFT

Steve Reich: Tehillim (1981)

J. S. Bach: Psalm 51 »Tilge, Höchster, meine Sünden« BWV 1083

Miguel Pérez Iñesta (Dirigat), Macha Lemaitre (High Soprano), Estelle Béréau,

Lea Trommenschlager (Lyric Soprano), Sisu Lustig Häntsche (Alt), Nur Ben Shalom,

Pierre Xhonneux (Klarinetten), Mark Johnston, Jan Croonenbroeck (Electric Organ),

Etienne Abelin, Jenny Lippl (Violinen), Shasta Ellenbogen (Viola),

Mischa Schmitz (Violoncello), Nikolai Matthews (Kontrabass)

Soundscapes von Fabian Russ

Visuals von Benjamin Augustin

In Kooperation mit der Stunde der Kirchenmusik Esslingen

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Im Esslinger kommunalen Kino (Lux) wurde die Reise fortgesetzt.

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Jam

 

 

Klamaukig, spontan, tiefgründig, sephardische Gesänge und Melodien begleiteten die Zuhörerinnen und Zuhörer auf eine Reise von Andalusien bis in die Türkei.

Alon

 

 

 

Bratschen und Violinen wurden kuzerhand zu Mikrophonen. Der Anruf einer sorgenden Mutter auf der Bühne bot dem Publikum eine Atempause-

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dem bunten Beatbox-Trio jedoch keinen Anlass vorzeitig ihre Improvisationen zu beenden.

Über Pars, Baku, Riga und Yerevan – ein Jam voll Euphorie in den Morgen!DSC_0176

Jam

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